Vape-Shop in Deutschland: § 10 JuSchG im Versandhandel
Lukas Deward
Geschäftsführer, OneGuard GmbH
Vape-Shop in Deutschland: Altersprüfung nach § 10 JuSchG planen
Wer Tabakwaren, E-Zigaretten oder Liquids online verkauft, muss den Jugendschutz in Bestellung und Versand berücksichtigen. Dieser Überblick erklärt die technische Umsetzung. Er ersetzt keine Rechtsberatung.
Was § 10 JuSchG sagt
§ 10 Abs. 3 JuSchG verbietet, Tabakwaren und andere nikotinhaltige Erzeugnisse Kindern oder Jugendlichen im Versandhandel anzubieten oder an sie abzugeben. Nach Absatz 4 gilt das auch für bestimmte nikotinfreie Produkte wie elektronische Zigaretten und elektronische Shishas.
Das Gesetz nennt an dieser Stelle kein bestimmtes Plugin und keine einzelne Prüfmethode. Entscheidend ist deshalb ein Prozess, der zu Sortiment, Bestellablauf und Übergabe passt.
Neu seit März 2026: auch leere Ersatztanks und Pods
Der Bundesgerichtshof hat am 11.03.2026 entschieden (Az. I ZR 106/25), dass ein unbefüllter Ersatztank für E-Zigaretten ein "Behältnis" im Sinne von § 10 Abs. 3 und 4 JuSchG ist. Wer solche Tanks ohne Altersprüfung versendet, handelt unlauter nach § 3a UWG und kann von Wettbewerbern abgemahnt werden. Übertragen Sie Ihre Altersregel deshalb auf Tanks, Pods und Cartridges, nicht nur auf Liquids und Geräte. Die Details stehen im Beitrag zum BGH-Urteil zu Ersatztanks; was ein Verstoß kostet, zeigt der Bußgeld-Rechner.
Fünf Schritte für den Shop
- Produkte einordnen: Legen Sie fest, welche Artikel unter Ihre Altersregeln fallen.
- Bestellungen erkennen: Starten Sie die Prüfung nur, wenn ein betroffener Artikel im Warenkorb liegt.
- Alter prüfen: Nutzen Sie einen geeigneten Nachweis statt einer leicht umgehbaren Selbstauskunft.
- Versand steuern: Geben Sie die Bestellung erst nach dem festgelegten Ergebnis frei und bewerten Sie die Übergabe getrennt.
- Ablauf dokumentieren: Halten Sie Regeln, Ergebnisse und Fehlerfälle nachvollziehbar fest.
Was OneGuard technisch übernimmt
OneGuard kann die Altersprüfung mit Ausweis, Gesichtsabgleich und Lebenderkennung in den Bestellprozess einbauen. Betroffene Bestellungen bleiben bis zum Ergebnis angehalten. Der Shop erhält den benötigten Status, aber keine Rohbilder aus der Prüfung.
Für Shopify gibt es eine fertige Shopify-Altersverifikation. Für WooCommerce steht ein WooCommerce-Plugin bereit. Eigene Systeme können den API-Prüfablauf nutzen.
Was bei einem unklaren Ergebnis passiert
Eine automatische Prüfung kann unklar bleiben, zum Beispiel bei schlechter Bildqualität. Dann sollte die Bestellung nicht automatisch freigegeben werden. Bieten Sie einen neuen Versuch oder eine manuelle Nachprüfung an und legen Sie eine klare Frist für offene Bestellungen fest.
Was ein Verstoß kostet
Die Abgabe an Minderjährige ist eine Ordnungswidrigkeit mit einer Geldbuße von bis zu 50.000 Euro (§ 28 Abs. 5 JuSchG). Dazu kommen Abmahnkosten im vierstelligen Bereich und bei Wiederholung Vertragsstrafen. Der Abmahnung-Leitfaden erklärt den Ablauf.
Fazit
Ein guter Jugendschutzprozess beginnt bei der Produktregel und endet erst mit der kontrollierten Freigabe oder Übergabe. Prüfen Sie die rechtlichen Anforderungen für Ihr Sortiment mit einer fachkundigen Stelle. OneGuard setzt den von Ihnen festgelegten technischen Ablauf im Shop um.